Siegbert von Stockhausen

Mein Franken

ein Künstler und seine Landschaft

„Franken ist wie ein Zauberschrank; immer neue Schubfächer tun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien.“ Diese sind manchmal ganz offen zu sehen, manchmal sind sie aber auch versteckt oder verschüttet. Siegbert von Stockhausen findet sie, und zeigt sie uns.
Vom Fränkischen Spessart über die Fränkische Schweiz bis ins Nürnberger Land, schildert er in seinen Aquarellen, die durch Zitate, historische Anmerkungen, Wanderungen und Rezepte stimmungsvoll ergänzt sind, das atmosphärische dieser Landschaften. Die Texte von Helmut Haberkamm fügen noch eine Dimension hinzu und illustrieren und bevölkern das Franken in unserem Kopf.

durchgängig farbig Illustriert,
136 Seiten, 17 x 25 cm, Hardcover

Preis: 19,90 Euro

ISBN 978-3-938374-14-6

Siegbert von Stockhausen

„In einer kalten Winternacht bin ich in Gräfenberg im Januar 1940 geboren. Nach 5–jähriger Abwesenheit, meine Eltern wohn­ten in Zerbst, und kurzen Besuchen in Gräfenberg, zogen meine Mutter, meine Schwester und ich, mein Vater ist im Krieg geblieben, im Herbst 1945 nach Gräfenberg (schwarz über die sowjetische/amerikanische Zonengrenze bei Lauenstein, nördlich von Ludwigstadt) in das Elternhaus meiner Mutter, mein Geburtshaus Am Gesteiger Nr. 25 (jetzt Am Gesteiger Nr. 14). Wir wurden vom damaligen Bürgermeister Schander wieder ausgewiesen, da wir ohne Zuzugsgenehmigung hier wohnen wollten. Wir sollten notfalls per Schub zurück nach Zerbst, das teilweise zerstört war, gebracht werden. Da wir das nicht wollten, musste ich immer wieder krank werden. Ein befreundeter Arzt bescheinigte öfter, dass ich nicht reisetauglich sei. So ging das fast ein Jahr hin und her (wir bekamen auch in dieser Zeit keine Lebensmittelkarten), bis vom damaligen Ministerpräsidenten Högner die Genehmigung aus München kam, dass wir bleiben durften. Meinen ersten Kontakt zur Malerei bekam ich durch den Kölner Kunstmaler Kempe, der in den 45/50er Jahren in der sogenannten Remise sein Atelier hatte. Außer der Werkstatt meines Großvaters, später meines Onkels, (sie waren Sattler- und Tapeziermeister) kam nun noch das Atelier des Kunstmalers als mein liebster Aufenthaltsort dazu. Vor allem dann, wenn ich mal wieder Hausarrest hatte (sonst trieb ich mein Unwesen in Gräfenberg und Umgebung). In der Sattlerwerkstatt half ich gerne bei den anfallenden Arbeiten mit, doch lieber schaute ich dem Kunstmaler in seinem Atelier zu. Eines Tages zog er aus, zurück nach Köln. Die Reste der Ölfarben, die er zurückließ habe ich mit der Bemalung eines Puppenwagens, der sehr bunt wurde, verbraucht. Meine Liebe zur Malerei war geweckt. Alles Gemalte und Gezeichnete zog mich an. Wo es ging zeichnete und malte ich. Mein geheimster Wunsch war Kunstmaler zu werden. Erst viele Jahre später, ich war bereits verheiratet, hatte ich meine erste Ausstellung im Kunstkreis Egloffstein, um den Maler Wilhelm Decius. Dann folgten Auftritte in Nürnberg, in der Galerie in Zabo, bei Dizzy Nürnberger und ab 1997 in der ,Galerie mit der blauen Tür'. Wilhelm Decius hatte mich mit der Aquarelltechnik vertraut gemacht und führte mich in der ,Freien Künstlergemeinschaft Bamberg' ein. Nun folgten jährlich eine bis zwei Ausstellungen.“

Siegbert von Stockhausen verstarb am 3.11.2013